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Kp Chhnang

Wenn man der Gesellschaft mit ihrer Hektik einmal so richtig entfliehen möchte, muss man sich aufs Land zurückziehen. Wem das noch nicht genug ist, kann sich in ein Entwicklungsland begeben. Wem DAS noch nicht genug ist, kann mir folgen. Ich hatte einmal die Idee, einfach mal das Leben im Original kennenzulernen. Nicht in unserer Kultur, nicht in unserem Land, sondern weit weg. In Kambodscha werden solche Reisen angeboten, sogenannte Homestay. Das Ganze erschien mir aber zu inszeniert, so macht ich mich komplett allein auf die Socken.
Mit dem Bus dauert es zwei Stunden, um die Strecke von 90 Kilometern von Phnom Penh nach Kampong Chhnang (sprich Kapung Tschnang) zurückzulegen. Einmal in Kp Chhnang angekommen, wird man gleich von den üblichen Tuk Tuk – Fahrern bedrängt. Ein Tuk Tuk ist ein einheimisches Fortbewegungsmittel, praktisch eine Kutsche mit einem Motorroller anstelle der Pferde. Die Preise sind recht günstig. Für 15 Dollar kann man ein solches Gefährt den ganzen Tag lang samt Fahrer mieten. Als erstes wollte ich mein Gepäck loswerde, also ein Hotel finden. Schnell einen der Tuk Tuk – Fahrer bequatscht, Preis für den Tag ausgehandelt und los ging es. Man sollte diesen Fahrern aber nicht zu sehr trauen, oft bekommen die nämlich Geld von einem Hotel und bringen die Fahrgäste nur dorthin. Um sicher zu gehen, schaute ich mir drei verschiedene Hotels an. Mit westlichen Standard haben die wenig zu tun, aber immerhin gab‘s eine Klimaanlage, einen Fernseher und ein erträglich sauberes Badezimmer. Da ich von der Reise ein wenig hungrig war, ging es in eines der nächsten einheimischen Restaurants. Der Service war freundlich, aber die Speisekarte dafür unverständlich. Ich konnte denen dann aber doch so langsam meinen Wunsch nach Bratnudeln vermitteln, die ich dann auch schnell bekam.
Nach dem Essen ging es dann ab mit dem Tuk Tuk in die nahegelegen Berge, Kp Chhnang ist nämlich berühmt für seine Tonkunst, und die wird in den Bergen der Umgebung betrieben. Nach der Besichtigung der einen oder anderen Fabrik, die nichts anders als eine Manufaktur zur Verarbeitung von Ton ist, entschied ich mich für einen Szenenwechsel. Noch immer den gleichen Tuk Tuk – Fahrer nutzend, denn ich bezahlte ihn ja für den ganzen Tag, ging es zum Flussufer. Dort fand ich eine kleine Promenade vor. Es waren Schiffe zum Mieten inklusive einem Steuermann vorhanden. Mit einem solchen Boot wollte ich mir das schwimmende Dorf ansehen. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Fischerdorf, das komplett auf dem Wasser schwimmt. Jedes Haus, das Geschäft von nebenan und selbst eine kleine Schule, alles schwamm dort als Boot aneinander und gegenseitig vertäut herum. Während der Tag so mit Sightseeing verging, gestaltete sich die Nacht eher unspektakulär. Es war nämlich nur ein Nachtklub vorhanden, welcher klein aber dafür schnell zu war. Bevor Mitternacht war der Betrieb schon wieder zu Ende und ich wandte mich dem Bettchen zu.

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